Die Situation der Beschäftigten im Einzelhandel hat sich in den letzten Jahren drastisch verschlechtert. Während die Arbeitsbelastung immer näher an die Grenze des körperlich erträglichen geht, bleiben die Löhne immer weiter hinter den steigenden Lebenshaltungskosten zurück. Und das während die Gewinne der Unternehmen kontinuierlich ansteigen: zwischen 2000 und 2006 um 64,3%. Als die Arbeitgeber Ende 2006 die Zuschläge für Spät- und Nachtarbeit kürzen wollten, hatten sie im Empfinden vieler Beschäftigter eine Grenze überschritten: Die längste und härteste Tarifauseinandersetzung im deutschen Einzelhandel begann.
Der Film begleitet die Streikenden über mehrere Monate. Zu Wort kommen Frauen, die seit Jahrzehnten im Einzelhandel arbeiten. Viele streiken zum ersten mal in ihrem Leben. Oft sind sie allein erziehend, in Teilzeit und mit so wenig Lohn, dass sie sich ihr Essen „bei der Familie zusammensuchen“ müssen. Manchen wird ihr Engagement im Streik zum Verhängnis, Emmely zum Beispiel. Nachdem sie in ihrer Kaiser’s Filiale den Streik organisiert hat, wird ihr unter einem Vorwand fristlos gekündigt. Als sie auf Wiedereinstellung klagt bekommt sie die ganze Wucht des einseitig an den Interessen der Unternehmen ausgerichteten deutschen Arbeitsrechts zu spüren.
Der Film sucht nach Antworten auf die Frage, weshalb die Beschäftigten und ihre Organisationen nicht in der Lage sind, sich gegen die Arbeitgeber durchzusetzen. Er erkundet das Engagement der ArbeiterInnen im Streik und analysiert das Vorgehen der Streikleitung und die Rolle der Betriebsräte. Beschrieben werden auch die Interventionen linker Gruppen an der Seite der Streikenden.
Der 19. Juli 1936 wird als Anfang oder wichtiger Zeitpunkt der sozialen Revolution in Spanien erinnert. Zu diesem Anlass gibt es ab kommender Woche neue Bücher und eine Broschüre zum Thema in der anarchistischen Bibliothek im Infoladen und (wenn alles klappt) am Dienstag Abend um 20 Uhr die Dokumentation Die Utopie leben! Anarchismus in Spanien (Vivir la Utopia)
Es lohnt sich also, mal wieder reinzuschauen.
Falls ihrs noch nicht wisst, bei uns gibt es Musik-CDs und das Original-Liederbuch von Fidl Kunterbunt.
Die Titel sind: Linksradikale Liebeslieder – wie‘n rosaroter Pflasterstein (3 CDs) Mein allerletztes Lied (2 CDs)
Bekommen könnt ihr sie zu den Infoladen-Öffnungszeiten (dienstags von 16.00 bis 20.00 Uhr und freitags von 15.00 bis 19.00 Uhr) sowie während des Plenums sonntags ab 19 Uhr.
Lucio Urtubia – Anarchist und Maurer Anarchist, Bankräuber und Maurer: Lucio Urtubia, geboren am 18. Februar 1931 in Cascante (Navarra), desertierte Mitte der 1950er Jahre vom spanischen Militär und ließ sich in Paris nieder. Dort arbeitete er als Maurer, schloss sich in der Folge anarchistischen Gruppierungen an und wurde für seine Enteignungsaktionen berühmt. Dabei kam er mit Gruppen wie den Black Panthers in Kontakt und traf den Revolutionär Che Guevara. Sein abenteuerliches Leben wurde von Aitor Arregi und Jose Mari Goenaga verfilmt.
The Take (La Toma) Der Film handelt von Arbeitern in einigen Staaten von Argentinien, welche die Kontrolle über ihre geschlossenen Fabriken übernahmen und durch ein genossenschaftliches Management aus Arbeitern ersetzten.
Salvador – Kampf um die Freiheit In den letzten Tagen des spanischen Faschismus kämpft auch der Bourgeoisie-Spross Salvador Puig Antich (Daniel Brühl) gegen das Franco-Regime. Zusammen mit Gleichgesinnten zieht er in den Untergrund. Von dort verüben sie bewaffnete Banküberfälle, um die Arbeiterbewegung zu finanzieren. Bis sie 1973 in Barcelona festgenommen werden – und man Salvador wegen Polizistenmordes zum Tode verurteilt. Mit seinem Anwalt Oriol Arau (Tristan Ulloa) und dem Wärter Jesus (Leonardo Sbaraglia) schöpft er Hoffnung.
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