FAU Halle http://fauhalle.blogsport.de Thu, 10 May 2012 16:47:58 +0000 http://wordpress.org/?v=1.5.1.2 en Veranstaltung: ASJ und Minijob-Kampagne http://fauhalle.blogsport.de/2012/05/10/veranstaltung-asj-und-minijob-kampagne/ http://fauhalle.blogsport.de/2012/05/10/veranstaltung-asj-und-minijob-kampagne/#comments Thu, 10 May 2012 16:46:22 +0000 fauhal7 FAU Halle http://fauhalle.blogsport.de/2012/05/10/veranstaltung-asj-und-minijob-kampagne/ Am 17. Mai werden Menschen von der Anarchosyndikalistischen Jugend zu Gast sein und uns über ihre Arbeit und insbesondere die Kampagne gegen Ausbeutung im Minijob zu berichten.

ASJ – Was ist das eigentlich?

Die Anarchosyndikalistische Jugend möchte einen Einblick in ihre politische Arbeit geben. VertreterInnen aus den Ortsgruppen Leipzig und Berlin werden da sein, um euch sowohl einen theoretischen Einstieg in den Anarchosyndikalismus zu geben, als auch die Strukturen und Arbeitsfelder in der ASJ vorzustellen und zu erklären. Im Fokus steht ebenso die Jung-und-billig-Kampagne. Ziel dieser ist die Vernetzung von geringfügig Beschäftigten, um deren/unsere Rechte zu sichern und auszuweiten. Außerdem soll sie eine Plattform bieten, um sich auszutauschen, gegenseitig zu unterstützen und MinijobberInnen über ihre Rechte aufzuklären, um unterbezahlten, prekären Jobs entgegenzutreten.

17. Mai | 20 Uhr | VL Ludwigstraße 37

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Veranstaltungshinweis: Anarchie und Strafe http://fauhalle.blogsport.de/2012/05/10/veranstaltung-zu-anarchie-und-strafe-12-5-reil78/ http://fauhalle.blogsport.de/2012/05/10/veranstaltung-zu-anarchie-und-strafe-12-5-reil78/#comments Thu, 10 May 2012 16:40:19 +0000 fauhal7 FAU Halle http://fauhalle.blogsport.de/2012/05/10/veranstaltung-zu-anarchie-und-strafe-12-5-reil78/ Nicht von uns organisiert, aber keineswegs weniger spannend:

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28.4.: Filme zum Workers Memorial Day http://fauhalle.blogsport.de/2012/04/24/28-4-filme-zum-workers-memorial-day/ http://fauhalle.blogsport.de/2012/04/24/28-4-filme-zum-workers-memorial-day/#comments Tue, 24 Apr 2012 12:05:33 +0000 fauhal7 FAU Halle http://fauhalle.blogsport.de/2012/04/24/28-4-filme-zum-workers-memorial-day/ Am kommenden Samstag, den 28.4., ist Workers Memorial Day
helmeinschussloch

Weltweit sterben jährlich über 2 Millionen Menschen bei Arbeitsunfällen. Dazu kommen mehrere hundert Millionen, die verletzt werden oder an physischen und psychischen Leiden erkranken – alles zum Zweck der Gewinnmaximierung. Dabei gibt es im globalen Vergleich zweifellos gravierende Unterschiede. Es ist offensichtlich, dass die Produktionskosten in manchen Ländern auf Kosten der Sicherheit der Arbeiter_innen gesenkt werden, sodass es beispielsweise in Bangladesch zu tödlichen Bränden in Textilfabriken kommt. Doch auch hierzulande sind gerade prekär Beschäftige massiven psychischen Belastungen und schlechten Arbeitsbedingungen ausgesetzt.

Zu diesem Anlass zeigen wir am Samstag (28.4.) zwei Filme im Infoladen des VL (Ludwigstraße 37). Einer über die Arbeitsbedingungen bei Foxconn, einem Zulieferer für z.B. Apple, die seit einer Serie von Selbstmorden auch mediale Aufmerksamkeit erlangten. Der andere Film ist über den Umgang von ALDI mit Beschäftigten, die sich organisieren und Betriebsräte aufbauen wollten.

28.4. um 17 Uhr
Infoladen Glimpflich (VL Ludwigstraße 37)

Remember the dead, fight for the living!

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Veranstaltungen in Leipzig http://fauhalle.blogsport.de/2012/04/09/veranstaltungen-in-leipzig/ http://fauhalle.blogsport.de/2012/04/09/veranstaltungen-in-leipzig/#comments Mon, 09 Apr 2012 11:33:59 +0000 fauhal7 FAU Halle http://fauhalle.blogsport.de/2012/04/09/veranstaltungen-in-leipzig/ Auf folgende interessante Veranstaltungen in der Libelle Leipzig sei hier hingewiesen:

13.4. 16 Uhr
anti-capitalism knows no gender
Zur notwendigen Verbindung von Geschlechts- und Kapitalismuskritik. Workshop der Anarchosyndikalistischen Jugend mit Heinz-Jürgen Voss, dessen Doktor-Arbeit es übrigens in der Anarchistischen Bibliothek gibt.

27.4. 20 Uhr
Freiheit & soziale Emanzipation
Rätebewegung, Arbeiterautonomie und Syndikalismus. Buchvorstellung, Vortrag, und Diskussion mit dem Autor Roman Danyluk

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Aufnahme Krisenlabor Griechenland http://fauhalle.blogsport.de/2012/04/09/aufnahme-krisenlabor-griechenladn/ http://fauhalle.blogsport.de/2012/04/09/aufnahme-krisenlabor-griechenladn/#comments Mon, 09 Apr 2012 10:58:27 +0000 fauhal7 FAU Halle Interessantes Veranstaltungen http://fauhalle.blogsport.de/2012/04/09/aufnahme-krisenlabor-griechenladn/ Wer die Buchvorstellung am 8.12. letzten Jahres verpasst hat oder sie einfach noch mal hören möchte, kann das nun hier tun oder die Datei direkt herunterladen! Die Veranstaltung wurde vom freien Radio Corax aus Halle aufgenommen und war erstmals in der Sendung Streitmächte zu hören.

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Fahrt nach Frankfurt! http://fauhalle.blogsport.de/2012/03/20/fahrt-nach-frankfurt/ http://fauhalle.blogsport.de/2012/03/20/fahrt-nach-frankfurt/#comments Tue, 20 Mar 2012 10:14:50 +0000 fauhal7 FAU Halle http://fauhalle.blogsport.de/2012/03/20/fahrt-nach-frankfurt/ m31 banner
Die FAU Halle untersützt den Aufruf des M31-Bündnisses. Aus Leipzig wird es Busse geben. Wer also mit nach Frankfurt fahren möchte, kann bei the future is unwritten Bustickets kaufen:

Die Tickets kosten 7.5€ / 9€ / 15€ (gestaffelte Preise) und sind seit einigen Tagen im Buchladen El Libro in der Bornaischen Str. 3d zu erwerben. Wir weisen auch nach den Erfahrungen mit Busfahrten aus Leipzig in den vergangenen Jahren darauf hin, dass es sich empfiehlt, die Tickets möglichst schnell zu kaufen, denn dann bleibt uns noch die Option, bei großem Interesse einen weiteren Bus dazu zu buchen.

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5.3. M31 Mobi in Leipzig http://fauhalle.blogsport.de/2012/03/01/m31-mobi-veranstaltung-in-leipzig/ http://fauhalle.blogsport.de/2012/03/01/m31-mobi-veranstaltung-in-leipzig/#comments Thu, 01 Mar 2012 19:16:19 +0000 fauhal7 FAU Halle http://fauhalle.blogsport.de/2012/03/01/m31-mobi-veranstaltung-in-leipzig/ Mit strikten Sparplänen und rigider Haushaltspolitik wollen die Euroländer unter Führung von Deutschland und Frankreich der Krise Herr werden. Im festen Glauben an den Erfolg der Radikalkur wird ein massiver Angriff auf den Lebensstandard der Menschen durchgesetzt. 2011 erhoben sich gegen diese Politik Massenproteste in mehreren Ländern, in schwächerer Form auch in Deutschland – leider mit vielen Begrenzungen: Einem verkürzten Blick auf die kapitalistischen Verhältnisse, antisemitischen Verirrungen oder staatstreuen Forderungen.
Für das erste Halbjahr 2012 sind zahlreiche Aktionen geplant, die das Zentrum der europäischen Krisenpolitik zum Zentrum des Protests machen sollen. Das Bündnis „M31“ ruft für den 31. März zu einem internationalen Aktionstag auf. In Deutschland wird es an diesem Tag eine zentrale Demonstration in Frankfurt am Main geben. Diese Aktion bildet den Auftakt für eine kontinuierliche internationale Zusammenarbeit, die nicht alternative Wirtschaftsprogramme und diffuse Forderungen an den Staat, sondern die Überwindung des Kapitalismus selbst zum Ziel haben soll.

Am 5. März nehmen wir das zum Anlass, über die Perspektiven und Möglichkeiten antikapitalistischer Praxis und internationaler Kooperation zu diskutieren. Die autonome antifa [f] wird den Ansatz von …ums Ganze! und der Initiative M31 in Zeiten der Krise vorstellen. John Malamatinas („Krisenlabor Griechenland“) wird zudem exemplarisch an Griechenland die Folgen der Krise und die Entwicklung der Kämpfe seit 2008 skizzieren.

Datum: 5.3. 19 Uhr
Referent_in: autonome antifa [F], John Malamatimas
Veranstaltungsort: Conne Island

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Soli-Aktion vor Adecco in Halle http://fauhalle.blogsport.de/2012/02/17/soli-aktion-gegen-adecco-in-halle/ http://fauhalle.blogsport.de/2012/02/17/soli-aktion-gegen-adecco-in-halle/#comments Fri, 17 Feb 2012 16:37:41 +0000 fauhal7 FAU Halle http://fauhalle.blogsport.de/2012/02/17/soli-aktion-gegen-adecco-in-halle/ aktionstag adecco
Am Freitag, den 17. Februar 2012, hat die FAU Halle vor den Büros der Leiharbeitsfirma Adecco mit Flyern und Transparenten auf den Streik der spanischen Arbeiter_innen beim Maschinenbauteilehersteller ABB in Cordoba (Spanien) aufmerksam gemacht. Zu dem Aktionstag hatte unsere anarchosyndikalistische Schwestergewerkschaft Confederación Nacional del Trabajo (CNT) aufgerufen.
Gleichzeitig fanden europaweit weitere Aktionen gegen Adecco statt, zum Beispiel in Amsterdam:
adecco amsterdam picket
(Streikbrechen? Adecco brechen!)
Hier gibt es weitere Meldungen und Bilder.

Solidarität mit den Streikenden! Leiharbeit abschaffen! Festverträge für alle!
Mehr auf fau.org

Hier der Text des Flyers, den wir verteilt haben:

Streik bei EULEN-ABB: Leiharbeitsfirma Adecco schickt Streikbrecher!

34 qualifizierte ArbeiterInnen des Dienstleistungs-unternehmens Eulen, die für den Maschinenbauteilehersteller ABB in Cordoba (Spanien) tätig sind, befinden sich seit dem 28. November 2011 in einem unbefristeten Streik. Obwohl sie die gleichen Tätigkeiten wie ihre KollegInnen ausgeübt haben, erhielten sie nur den Mindestlohn und hatten weniger Rechte.

Jetzt hat ABB den Vertrag mit Eulen gekündigt und billige LeiharbeiterInnen als StreikbrecherInnen von Eurocen (Adecco) angeheuert. Eulen hat die Mitglieder des Streikomitees sowie sämtliche GewerkschafterInnen unter den Streikenden kurzerhand entlassen. So werden LohnarbeiterInnen gegeneinander ausgespielt.

Immer mehr Menschen in Europa sind inzwischen Opfer von Leiharbeitsfirmen und willkürlich agierenden Arbeitgebern. Gemeinsam mit PolitikerInnen und staatsnahen Gewerkschaften dirigieren sie den Marsch der Menschen in dauerhaft prekäre Arbeitsverhältnisse. Was sie als „Mobilität“ oder „Flexibilität“ bezeichnen, verschleiert unregelmäßiges und niedriges Einkommen, den Verlust von Arbeitsplatzsicherheit, Herabstufung und Würdelosigkeit. Der Kapitalismus und seine AnhängerInnen dienen nur sich selbst – deshalb fordert die Gewerkschaft Freie ArbeiterInnen Union (FAU) die Abschaffung des Systems Leiharbeit sowie langfristig die Selbstverwaltung sämtlicher Betriebe und eine nachhaltige Produktion.

In Spanien beteiligen sich die Gewerkschaften Confederación Nacional del Trabajo (CNT) und Confederación General del Trabajo (CGT) an dem Streik. Als bundesweit einzige Gewerkschaft in Deutschland, die erfolgreich einen Streik gegen ein Leiharbeitsunternehmen bestritt, sendet die FAU ihre solidarischen Grüße nach Cordoba. Wir fordern Adecco Deutschland dazu auf, für den Abzug der StreikbrecherInnen zu sorgen und darauf hinzuwirken, dass die ArbeiterInnen in Cordoba ihre gesetzlichen und sozialen Rechten erhalten.

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M31 – Capitalism is the Crisis http://fauhalle.blogsport.de/2012/02/13/m31-capitalism-is-the-crisis/ http://fauhalle.blogsport.de/2012/02/13/m31-capitalism-is-the-crisis/#comments Mon, 13 Feb 2012 11:12:23 +0000 fauhal7 FAU Halle http://fauhalle.blogsport.de/2012/02/13/m31-capitalism-is-the-crisis/ m31 banner

Europäischer Aktionstag gegen den Kapitalismus
31. März 2012 | march31.net
Interview auf Radiocorax zur Kampagne m31:

Europa und die Europäische Union (EU) befinden sich im Ausnahmezustand. Seit Monaten spitzt sich die Kredit- und Schuldenkrise zu. Auf immer neuen Regierungskonferenzen werden Notprogramme beschlossen, um den Kapitalismus zu sanieren. Glaubt man Politik und Medien, drohen sonst Zusammenbruch, Rezession und neue Armut. Mit dieser Katastrophenrhetorik werden marktradikale Reformen durchgesetzt, die unsere Gesellschaft und unser Leben auf Jahrzehnte bestimmen – wenn wir uns nicht wehren. In den ersten Jahren der Krise hieß es, der Kapitalismus müsse gezügelt werden. Banken und Konzerne sollten einen Teil der Lasten tragen, die sie selbst mit verursacht hatten. Doch gerade passiert das genaue Gegenteil: Die EU, ihre Mitgliedsstaaten und Beitrittskandidaten setzen auf mehr “Wettbewerb” und einen brutalen Sparkurs, um das “Vertrauen” und die Profite der Privatwirtschaft zu sichern. Genau damit aber bestätigen sie die destruktive Logik des Kapitalismus. Kapitalismus heißt Krise und Ohnmacht, Armut inmitten von privatem Reichtum. Organisieren wir uns für eine bessere Gesellschaft!

Die Krise hat System
Die kapitalistische Globalisierung der vergangenen Jahrzehnte hat die Konkurrenz der Unternehmen und Standorten zugespitzt. Alle führenden Industriestaaten haben ihre Märkte umfassend dereguliert. Sie haben soziale Sicherheiten gestrichen, öffentliche Güter privatisiert, die Rechte von Lohnabhängigen beschnitten und soziale Kontrollen verschärft, im Interesse eines möglichst ungehinderten kapitalistischen Wachstums. Doch selbst in Europa, auf der Sonnenseite dieses weltweiten Systems, wird unser Leben von Jahr zu Jahr unsicherer, und die soziale Spaltung nimmt zu. In den sogenannten “aufstrebenden Märkten” herrscht ohnehin eine permanente soziale Krise: Enteignung und skrupellose Ausbeutung mit staatlicher Rückendeckung, für ein nationales Wachstum, das nur Privilegierten zu Gute kommt. Die neoliberale Transformation der vergangenen Jahrzehnte hat auch die Finanzmärkte überkochen lassen. Ob DotCom-Boom, Immobilienfonds oder Derivatehandel – seit Jahren platzen die Spekulationsblasen, auf jeden Boom folgt ein Einbruch. Schuld daran sind nicht die vermeintliche Gier und Korruption einer kleinen Elite, wie viele glauben. Schuld ist die alltägliche Profitlogik, der wir alle unterworfen sind, ob wir wollen oder nicht.

Das EU-Regime knacken
2011 ist die europäische Schulden- und Währungskrise eskaliert. Einige Staaten stehen vor dem Bankrott, und gefährden damit den Euro. Vordergründig haben diese Staaten “über ihre Verhältnisse gelebt”. In Wahrheit haben auch sie nur versucht, über Schulden kapitalistisches Wachstum anzustoßen. Sie taten was alle tun, nur weniger erfolgreich. Ihre Unterstützung durch die Europäische Zentralbank (EZB) und neue, milliardenschwere “Rettungsfonds” sind an rücksichtslose Auflagen gebunden. Eine europäische “Schuldenbremse” soll “die Märkte beruhigen”, natürlich zu Lasten von Lohnabhängigen, Erwerbslosen und Menschen in Ausbildung. Private Profite werden dagegen nicht angetastet. Ähnlich ergeht es den ost- und südosteuropäischen Beitrittskandidaten, die von EU und Internationalem Währungsfonds (IWF) zu umfassenden Kürzungen und Privatisierungsprogrammen genötigt werden. All das soll das krisenträchtige Wettbewerbsregime der EU schützen, und natürlich die Ansprüche der dominanten Ökonomien Kerneuropas: Die Regierungen Deutschlands und Frankreichs konnten ihre Interessen fast ungehindert durchsetzen, trotz eigener politischer Differenzen. Kein Zweifel, in vielen Ländern wurde heftig protestiert. Überall sind Basisinitiativen entstanden, um die eigene politische Ohnmacht zu überwinden. Doch bislang blieben selbst Massenstreiks erfolglos. Die großen nationalen Gewerkschaften stützten letztlich doch die Standortpolitik ihrer jeweiligen Staaten und forderten allenfalls soziale Trostpflaster. Es gab keine effektive gewerkschaftliche Solidarität über Landesgrenzen hinweg. Wenn sich daran etwas ändern soll, müssen wir selbst dafür sorgen.

Wir können das besser
Die europäische Krisenpolitik ist so spekulativ, wie es der Kapitalismus immer war. Denn schärferes Sparen gefährdet die ökonomische Stabilität genau so wie Wachstum auf Pump. Es gibt im Kapitalismus keinen sicheren Weg, nur permanentes Krisenmanagement. Sollen wir unser Leben dafür verschwenden? Besser wir kämpfen gemeinsam gegen das Diktat des Marktes, und organisieren uns endlich europaweit. Der Europäische Aktionstag am 31. März 2012 ist dafür ein erster Schritt. Gleichzeitige Demonstrationen in mehreren europäischen Staaten sind mehr als ein Zeichen antikapitalistischer Solidarität. Sie sind schon jetzt Teil einer europaweiten Diskussion und Vernetzung. Wir laden alle emanzipatorischen Initiativen ein, diesen Prozess mit zu gestalten. Wir müssen uns außerhalb der staatstragenden Institutionen organisieren, und einen langen Atem haben. Die Krise verläuft in unseren Ländern sehr unterschiedlich. Aber wir haben ein gemeinsames Ziel: Wir wollen den Kapitalismus nicht retten, sondern überwinden. Wir widersetzen uns nationaler Interessenpolitik und nationalistischer Krisenideologie. Der Kampf gegen den fortgesetzten Abbau sozialer Sicherheiten und Rechte ist wichtig, aber unsere Perspektive muss weiter sein. Wir müssen die fatalen Zwänge des Kapitalismus und seiner politischen Institutionen brechen. “Echte Demokratie”, wie sie in vielen Protesten gefordert wird, das geht nur ohne Kapitalismus!

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Buchvorstellung: Gegen die Arbeit http://fauhalle.blogsport.de/2012/01/08/gegen-die-arbeit/ http://fauhalle.blogsport.de/2012/01/08/gegen-die-arbeit/#comments Sun, 08 Jan 2012 20:38:46 +0000 fauhal7 FAU Halle Veranstaltungen http://fauhalle.blogsport.de/2012/01/08/gegen-die-arbeit/ Freitag, 13.1.2012
19 Uhr
Infoladen Glimpflich / VL-Ludwigstraße 37

Die spanische Revolution 1936 und die Fabrikbesetzungen im Frankreich der Volksfront-Regierung bilden noch immer wichtige Bezugspunkte für antikapitalistische und soziale Bewegungen gleichermaßen. Michael Seidmans materialreiche historische Studie zeigt, dass in beiden Ländern, unter unterschiedlichen Bedingungen radikale Praktiken der Arbeitsverweigerung anhielten, ja sogar aufblühten. Revolution hieß für die Arbeiter und Arbeiterinnen in Barcelona und Paris nicht mehr, sondern weniger arbeiten.

Zwangsläufig konzentriert sich Seidman dabei auf den Kern der spanischen Revolution, nämlich die Abläufe in den Betrieben. Damit hebt sich sein Werk ab von der teils romantischen Literatur zum spanischen Bürgerkrieg. Außerdem bietet Seidman eine umfassende Darstellung der französischen Fabrikbesetzungen, über die es in deutscher Sprache bisher nur spärliche Veröffentlichungen gibt. Mit seiner Forschung füllt Seidman eine bisher kaum wahrgenommene Lücke in der Geschichtsschreibung der Arbeiterbewegung.

Die Aufhebung der Lohnarbeit rückt durch diese Studie wieder ins Blickfeld der Gesellschaftsutopie. Das Buch veranschaulicht, dass sich aktuelle, keineswegs nur linksradikale Diskussionen zur Kritik der wachstums- und profitorientierten Wirtschaft und des produktivistischen „Arbeitsfetischismus“ auf eine untergründig verlaufende, proletarische Verweigerungstradition beziehen können.

Der Seidman-Übersetzer Andreas Förster wird die Studie vorstellen und zur Diskussion stellen. Denn unumstritten ist das Buch nicht: Einigen erscheint seine Intention als „Schlag ins Gesicht“, andere sehen es als „nüchterne, faire Untersuchung“ im Sinne der Global Labour History. Manchen bereitet es Kopfzerbrechen, ob denn eine Befreiung vom Kapitalismus überhaupt möglich sei; und wieder andere sehen sich in ihrer Kritik der Gewerkschaften an sich bestätigt. Von akademischem Interesse sind zudem die aufgeworfenen Fragen der Repräsentativität von Massenorganisationen und des produktivistischen Grundverständnisses der sozialistischen Arbeiterbewegung.

Insgesamt ist die Debatte nicht nur ein Thema für geschichtlich Interessierte, stellte doch der IG Metall-Vorsitzende Huber jüngst fest: „Die IG Metall ist eine produktivitätsorientierte Gewerkschaft, und das wird auch so bleiben.“ Welche gesellschaftlichen Auswirkungen ein solches Konzept hat, auch das wird zu diskutieren sein.

Artikel von Michael Seidmann in der Graswurzelrevolution
Buchrezension auf libcom.org (englisch)
Buchrezension auf wobblies.de
Kritik-/Diskussionsaufruf auf syndikalismus.wordpress.com

Michael Seidman, University of North Carolina (USA): Gegen die Arbeit. Über die Arbeiterkämpfe in Barcelona und Paris 1936–38, Vorwort von Karl Heinz Roth und Marcel van der Linden. Verlag Graswurzelrevolution, Heidelberg 2011, 477 Seiten, 24,90 Euro, ISBN 978-3939045175.

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