Archiv für Mai 2015

Ein Streik steht, wenn mensch ihn selber macht

So gab es in Berlin einen erfolgreichen Arbeitskampf in einem Spätkauf, Gefangene gründen eine Gewerkschaft: in der letzten Zeit wurden Arbeitskämpfe in Sektoren bekannt, die gemeinhin als schwer oder garnicht organisierbar galten. Einige Facetten dieser neuen Streiks und Arbeitskämpfe wird der Journalist Peter Nowak auf der Veranstaltungvorstellen. Er ist Herausgeber des Buches „Ein Streik steht, wennmensch ihn selber macht“, das in der Edition Assemblage erscheint . Auf der Veranstaltung wird es auch um die Frage gehen, wie die Kämpfe am Arbeitsplatz mit den Selbstorganisationsversuchen von Mieter_innen und Erwerbslosen verbunden werden können. Denn nur dann haben diese Bewegungen Chancen, eine gesellschaftliche Kraft und vielleicht sogar einmal eine gesellschaftliche Gegenmacht zu entwickeln. Zudem richten sich alle diese Kämpfe letztlich gegen das kapitalistische Verwertungsinteresse. Ein erfolgreicher Arbeits-, Miet- oder Erwerbslosenkampf sollte neben der Durchsetzung der unmittelbaren Ziele immer auch die Selbstaufklärung über die kapitalistischen Zustände oder ihre Abschaffung zum Ergebnis haben.

Die Buchvorstellung wird von der FAU Halle organisiert.
VL-Infoladen / Ludwigstraße 37 / 26.6. / 19 Uhr

Sin Patrón – Arbeiten ohne Chefs

Instandbesetzte Betriebe in Belegschaftskontrolle
Das argentinische Modell: Besetzen. Widerstand leisten. Weiterproduzieren.

Vortrag und Buchvorstellung mit dem Übersetzer: Daniel Kulla
Dieses Buch dokumentiert etwas Unerhörtes. Es zeigt uns Menschen, die um ihre Arbeitsplätze kämpfen, und die, während sie das tun, immer besser verstehen, was das noch alles bedeutet. Es zeigt uns, wie Belegschaften für bankrott erklärte Betriebe besetzen und als Kooperative weiterführen; wie sie es nicht als alternativlos hinnehmen, wenn der Markt etwas aufgibt. „Es begann mit ‚Ich verliere meinen Job‘, nicht mit der Entscheidung, Eigentümer zu enteignen.“ In Argentinien sind die „fábricas recuperadas“ längst bekannt und beliebt genug, dass ihr praktisches Beispiel und ihre direkte Hilfe immer wieder neue Instandbesetzungen inspirieren und unterstützen. Auch in Europa gibt es bereits erste Belegschaften, die dem Beispiel folgen und sich aus Argentinien Rat holen, wie etwa die griechische Baustoff-Fabrik Vio.Me, die mittlerweile auch unter dem Motto der argentinischen Bewegung firmiert: „Besetzen. Widerstand leisten. Produzieren.“
Ganz Ähnliches, wie es die Arbeiter in Argentinien herausgefunden haben, ließe sich auch in Deutschland entdecken. Auch hier klaffen Selbstbild und Realität, oft verstärkt durch die Außenwahrnehmung, erheblich auseinander. Auch hier gibt es verklärte Vergangenheit und verkannte Gegenwart. Und auch hier werden immer wieder die falschen Antworten gegeben.

04.06.2015, 18.30 Uhr
VL Infoladen Glimpflich
Ludwigstraße 37

Rückblick: Workers Memorial Day

Am 28.04. um 17.30 Uhr schallten Reden über den Markt: „Wir sind hier, um an Kollegen zu erinnern, die durch Arbeitsunfälle umgekommen sind oder bleibende Schäden davon getragen haben. Wir sind hier, um anzuprangern, dass durch Profitstreben Menschen sterben müssen. Wir sind hier, diese Erinnerungen am jährlichen Workers Memorial Day wachzuhalten.“
Die Basisgewerkschaft FAU Halle rief zur Teilnahme an der Mahnwache an diesem internationalen Gedenktag auf. Unterstützung kam von Genossen der FAU und ASJ Leipzig, sowie von der Basisgewerkschaft IWW.
Jährlich sterben 219000 Menschen in Folge von Arbeitsunfällen. 2014 waren es in Deutschland 722 Todesopfer. Weil Arbeitsschutz kostet wird er häufig vernachlässigt um mehr Profite erwirtschaften zu können.
Über 300 Tote gab es bei einen Grubenunglück 2014 in der Türkei. Mehr als 1000 Menschen starben, als 2013 eine Fabrik in Bangladesch einstürzte. In Japan sterben jährlich hunderte Menschen an Herzversagen in Folge schlichter Überarbeitung. Sicherheitsbedenken werden ignoriert um den reibungslosen Produktionsablauf nicht zu gefährden. Die Gefährdung von Menschenleben wird dafür in Kauf genommen. (mehr…)