Archiv für Mai 2010

Vortrag von Bernd Drücke fällt aus!

Der morgige Vortrag muss leider ausfallen, da der Referent erkrankt ist. Wir wünschen gute Besserung und hoffen den Vortrag im nächsten Semester nachholen zu können.

Als nächste Vortrag steht nun „Einführung in den Postanarchismus“ von Jürgen Mümken am Freitag den 18.6. um 20 Uhr im VL (Ankündigungstext folgt). Außerdem organisiert das VL eine Workshop am 12.06. von 11-17 Uhr mit der Zukunftswerkstatt Jena zum Thema „Konkrete Utopien für eine herrschaftsfreie Gesellschaft“.

Donnerstag 27.5. Bernd Drücke – Anarchismus seit 1968 und in der DDR

Donnerstag 27.5. Bernd Drücke – Anarchismus seit 1968 und in der DDR

Uhrzeit: 19 Uhr
Ort: Uniplatz, Im Sitzungszimmer des Melanchtonaniums

Die Vielfalt des Anarchismus in Deutschland lässt sich gut anhand seiner Presse aufzeigen. In den letzten 150 Jahren sind unzählige schwarz-rote Sternschnuppen, aber auch langlebige und einflussreiche libertäre Zeitschriften entstanden.
Seit 1968 gibt es in der Bundesrepublik einen „neuen Anarchismus“. Und ohne die kleine libertäre Bewegung in der DDR würde es diesen autoritär-„sozialistischen“ Staat wohl noch geben.
Anhand von Anschauungsmaterial wird in die Geschichte und Gegenwart des Anarchismus eingeführt, mögliche Perspektiven werden zur Diskussion gestellt.
Der Referent Bernd Drücke hat 1997 zum Thema anarchistische Presse in Ost- und Westdeutschland promoviert. Seit 1998 arbeitet er als Koordinationsredakteur der gewaltfrei-anarchistischen Monatszeitung Graswurzelrevolution. Er ist Autor u.a. von „Zwischen Schreibtisch und Straßenschlacht? Anarchismus und libertäre Presse in Ost- und Westdeutschland“ (K & O, Ulm 1998) und „ja! Anarchismus. Gelebte Utopie im 21. Jahrhundert“ (Karin Kramer Verlag, Berlin 2006)
Lichtbildvortrag und Diskussion

Pressemiteillung von No Lager Halle

Einschüchterungswelle gegen Flüchtlinge im Lager Möhlau durch Botschaftsvorführungen und Abschiebeandrohungen

Während der Landkreis entscheiden will, ob das Lager Möhlau geschlossen wird und wo die Flüchtlinge in Zukunft leben sollen, versucht die Ausländerbehörde des Landkreises durch Abschiebungen Fakten zu schaffen.
Der Landkreis Wittenberg hat eine „AG Möhlau“ gegründet, die aus Vertretern der Parteien und der Verwaltung besteht. Diese soll ein Konzept erarbeiten, wie die Unterbringung der Flüchtlinge gestaltet werden soll. Am 28.04.2010 traf sich die „AG Möhlau“ im Lager Möhlau und hörte VertreterInnen der Flüchtlinge an.
Gleichzeitig überzieht die Ausländerbehörde des Landkreises die Flüchtlinge mit einer Welle von Botschaftsvorführungen und Abschiebeandrohungen.
Es begann mit einer Aufforderung an sieben Flüchtlinge, sich am 13. April bei der chinesischen Botschaft in Berlin vorzustellen. Die Flüchtlinge weigerten sich, „freiwillig“ an der Botschaftsvorführung teilzunehmen. Als sie am 27.04.2010 ihren Scheck (monatliche Sozialhilfe – 180 €) abholen wollten, wurden sie zwangsweise dem chinesischen Botschafter vorgeführt.
Ebenfalls am 27.04.2010 teilte die Ausländerbehörde Gräfenhainichen (Ausländerbehörde des Landkreises Wittenberg) zwei Familien und einem „Alleinreisenden“ aus dem Kosovo, die seit über 10 Jahre in der BRD leben, mit, dass sie Ende Juni höchstwahrscheinlich abgeschoben werden. Ihre Duldung wurde nur noch für 2 Monate verlängert.
Außerdem wurden 2 Familien und ein Alleinreisender aus Syrien aufgefordert, zu einer Botschaftsanhörung in Berlin am 12.05.2010 zu kommen.
Die Abschiebungen in das Kosovo und nach Syrien sind Folge der Unterzeichnung von Rücknahmeabkommen, der jeweiligen Länder mit Deutschland. Diese Abkommen ignorieren konsequent die aktuelle Lage der betroffenen Menschen in ihren Herkunftsländern.
So wurde immer wieder vehement von verschiedensten Organisationen darauf hingewiesen, dass die Sicherheit von Minderheiten wie den Roma, Ashkali, Kosovo-Ägyptern und Serben im Kosovo nicht gewährleistet ist und es auch keine Möglichkeiten für die Abgeschobenen gibt, sich dort eine Existenz aufzubauen oder auch nur ihre Kinder zur Schule zu schicken.
Auch der Appell des Zentralrats der Sinti und Roma an die Bundesregierung wurde mit diesem Rücknahmeabkommen ignoriert und damit letztlich auch die geschichtliche Verantwortung für die Verfolgung und Vernichtung der Sinti und Roma während des Nationalsozialismus.
Diese von der Politik bewusst geschaffene Faktenlage, nutzt nun die Ausländerbehörde Wittenberg, um einen Teil der Flüchtlinge los zu werden. Sie schreckt nicht davor zurück, einen 18 Jährigen, hier in Deutschland geborenen Jugendlichen, der überhaupt kein albanisch spricht, die Abschiebung in das Kosovo an zu drohen.
Ebenfalls will die Ausländerbehörde Kurden und Yeziden nach Syrien abschieben. Sämtliche aus der BRD abgeschobene Yeziden verschwanden in syrischen Foltergefängnissen, der Besitz eines kurdischen Buches reicht in Syrien für eine Verhaftung.

Mit freundlichen Grüßen
no lager halle

Montag 10.05. Bertrand Stern – Ich bin so frei, mir die Freiheit zu nehmen, mich frei zu bilden

Ort: Melanchthonanium, Hörsaal A
Uhrzeit: 19 Uhr

Bildungsdiskussionen bleiben zumeist in den Widersprüchen von zivilisatorischen Ideologien verhaftet: Hierbei geht es um Schulen und um ihre scheinbare Verbesserung durch Reformen; hierbei geht es um Schüler und um ihre vermeintlich erfolgreiche berufliche Zukunft; hierbei geht es um eine eingeforderte Sozialität, die in einen unentwegten Wettbewerb mündet; und neben dieser schleichenden Beschulung des Menschen geht es hierbei auch um die bessere Verschulung der Bildung… Folglich geht es nicht um die persönliche Freiheit und Würde des Menschen, um sein selbstverständliches Recht, sich frei zu bilden, um ein Klima von radikaler Freiheit und auch nicht um das Entstehen einer prospektiv gestalteten, vielfältigen, lebendigen und originellen Bildungslandschaft..

Dieses eindeutige Plädoyer für einen radikalen Ausbruch aus der längst hinfälligen Institution Schule berührt logischerweise grundlegende menschliche Belange, insbesondere das Gedeihen der Bildung; daher mündet es in die Frage: Was wollen wir eigentlich?

Gedenkveranstaltung dem ermordeten Alberto Adriano am 11.06.2010 und Demo am 12.6.2010 in Dessau

Gedenkveranstaltung

Am 11.06.2010 findet in der Zeit von 14 – 16:30 Uhr eine Gedenkveranstaltung zum 10. Jahrestag des tödlichen Überfalls auf Alberto Adriano statt.

Ort: Gedenksteele im Dessauer Stadtpark (Ort des Überfalls).

Demonstration

Demonstration am 12.06.10
Treffpunkt: 13h HBF Dessau

In der Nacht vom 10. auf den 11. Juni 2000 wurde er von drei betrunkenen Neonazis im Dessauer Stadtpark zusammengeschlagen. Drei Tage später starb er im Krankenhaus an seinen Verletzungen.

Mehr Infos und ausführlicher Aufruf auf http://afa06.blogsport.de/adiano-gedenkdemo/